DVB-T: Theorie und Praxis
Tags: DVB-T, Software, Utilities Categories: Software
Theorie
Da ich nur wenig fern sehe und meine Freizeit nicht nach dem TV-Programm ausrichten möchte, hab ich mir überlegt, dass das Aufzeichnen von interessanten Sendungen eine Lösung wäre. Mir schwebt vor, dazu einen DVB-T-Stick zu nutzen. Der Rechner wird kurz vor Sendungsbeginn gestartet, zeichnet die gewünschte Sendung auf und fährt sich wieder herunter. Schön wäre es außerdem, die gewünschte Sendung in einer elektronischen Programmzeitschrift auszuwählen und aufnehmen zu können.
Last but not least wäre eine Linux-Kompatibilität wünschenswert.
Praxis
Ich habe mich für den DVB-T-Stick Hauppauge WINTV NOVA-T-STICK (Model 00293) entschieden. Nach Anwenderberichten soll er unter Linux funktionieren. Zum Hardwareumfang gehört neben dem Stick noch eine Fernbedienung, ein USB-Verlängerungskabel und eine Miniantenne.
Zunächst habe ich unter Windows Vista getestet. Die Installation der Treiber und der mitgelieferten TV-Software (WinTV) verläuft problemlos. Das Scannen nach verfügbaren Sendern nimmt mehrere Minuten in Anspruch. Trotz der Miniantenne werden zahlreiche Sender gefunden. Leider ist die Empfangsqualität nicht bei allen Sendern gleich gut. Bei Arte gibt es bspw. immer wieder Standbilder und Aussetzer im Ton. Besserung verschafft die Positionierung der Stabantenne in Fensternähe. Herausfinden muss ich noch, ob es möglich ist mehrere Ortsprofile anzulegen oder ob man immer wieder den Sendersuchlauf anwerfen muss.
Die Oberfläche von WinTV trifft nicht unbedingt meinen Geschmack, aber wenn man im Full-Screen-Modus fern sieht, stört sie nicht weiter. Über die Tastatur lassen sich die Sender mit ± wechseln, die Lautstärke über Bild hoch/runter regeln, über Backspace kann man die Senderliste einblenden und durch Eingabe der Sendernummern (+Enter) diese direkt anwählen.
Zum Aufnehmen verwendet man den mitgelieferten Scheduler, dessen Design ebenfalls nicht der allgemeinen Windows-Ergonomie entspricht. So etwas wie VPS gibt es in der Form nicht. Der Standard ETSI EN 301775 scheint nicht unterstützt zu werden. So bleibt nur übrig, entsprechende Puffer einzukalkulieren. Auffällig ist, dass die Aufnahme nicht genau zum definierten Zeitpunkt startet, sondern mit einer Verzögerung von etwa zehn Sekunden. Das erscheint mir unpraktisch, wenn man pünktlich beginnende Sendungen, z.B. Nachrichten aufzeichnen möchte.
Wie das von mir gewünschte Aufnehmen aus der elektronischen Programmzeitschrift (EPG) funktionieren soll, ist mir bisher noch unklar.
Neben WinTV gibt es noch andere Software, mit der es unter Windows möglich ist, DVB-T zu empfangen. Z.B. DVBViewer und Mediaportal. Erstere ist proprietäre Software. Ein Testen ist nicht möglich, man muss sie für 15 Euro kaufen. Schade. Letztere ist ein freies MediaCenter für Windows. Getestet hab ich dieses noch nicht. Daneben gibt es noch die Freeware ProgDVB (in der “normalen” Version) und TVram.
Zwischenfazit
Die gute Nachricht: DVB-T vom Stick funktioniert. Leider ist die mitgelieferte Miniantenne nur bedingt tauglich für guten Empfang. Inwiefern sich durch eine andere/größere Antenne eine Verbesserung erzielen läßt, wird sich noch zeigen müssen. Jedoch wird dadurch für mich das Konzept des Überall-Fernsehens ad absurdum geführt. Die mitgelieferte Software WinTV gefällt mir vom GUI-Design nicht. Der Funktionsumfang der Software erscheint mir in Ermangelung an Vergleichen als ausreichend.
Was übrigens nicht funktioniert, ist ein betreiben des DVB-T-Sticks an einem USB 1.1 Port. Die Treiberinstallation meldet dann Fehler.
Eine Fortsetzung folgt in diesem Blog.
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